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MIN abgeschlossen: Ein BIM-Projekt, geplant und dokumentiert in 3D
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Hamburg
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Im März haben wir unser Projekt MIN an der Universität Hamburg abgeschlossen. Vier Jahre Laufzeit, ausgeführt von der SN GmbH Elektrotechnik: Energieversorgung, Beleuchtungsanlagen und Gebäudeautomation auf KNX-Basis. Besonders war daran weniger der Umfang als die Arbeitsweise. MIN war für uns ein BIM-Projekt – Werk- und Montageplanung und Dokumentation durchgängig in 3D, gemäß VDI 6026.
Planen im Modell statt im Plansatz
Klassisch entsteht die Werk- und Montageplanung als Satz zweidimensionaler Pläne: Grundrisse, Schnitte, Strangschemata. Jede Etage für sich, jedes Gewerk für sich. Ob die Kabeltrasse tatsächlich an der Lüftungsleitung vorbeikommt, zeigt sich dann oft erst auf der Baustelle – und dort kostet die Antwort Zeit, manchmal auch Material.
Bei MIN haben wir stattdessen im Modell geplant. Trassen, Verteilungen, Leuchten, Durchbrüche und Automationskomponenten sind als Bauteile mit Eigenschaften angelegt und dreidimensional im Gebäude verortet, abgestimmt mit den Modellen der anderen Gewerke. Kollisionen fallen dadurch am Bildschirm auf, nicht im Rohbau. Die Abstimmung mit Fachplanung, Hochbau und den übrigen technischen Gewerken läuft über einen gemeinsamen Stand statt über einen Stapel Planstände unterschiedlichen Datums. Bei einem Projekt, das über vier Jahre läuft, ist das kein Komfortgewinn, sondern der Unterschied zwischen Planen und Nachsteuern.
Warum die Dokumentation den gleichen Rang hat
Der zweite Teil ist die Dokumentation – und sie war bei MIN kein Anhang, sondern Teil der Leistung. In der technischen Gebäudeausrüstung beschreibt die VDI 6026 Blatt 1, welche Unterlagen in welcher Projektphase entstehen und wie detailliert sie sein müssen: von der Planung über die Werk- und Montageplanung bis zu den Revisionsunterlagen, mit denen der Bauherr die Anlage später betreibt. Die Richtlinie schafft keine neuen Pflichten. Sie schafft einen gemeinsamen Maßstab dafür, was „dokumentiert" eigentlich heißt.
Genau das ist bei einem Gebäude, das über Jahrzehnte betrieben wird, der eigentliche Wert. Wer die Anlage übernimmt, bekommt keine Sammlung, sondern eine Struktur – Modell und Unterlagen, die zueinander passen.
Was im Bauwerk verschwindet
Ein großer Teil unserer Leistung ist am Ende nicht mehr zu sehen. Leerrohre, Trassen, Dosen, Durchbrüche, Leitungswege – sichtbar bleiben die Steckdose, der Taster, die Leuchte. Alles davor liegt hinter Putz, Estrich und abgehängter Decke. Ein dreidimensionales Modell plus eine geordnete Dokumentation hält diesen Teil abrufbar. Bei einer Umnutzung, einer Erweiterung oder einer Störungssuche beantwortet das Fragen in Minuten, statt eine Wand zu öffnen.
Ergänzt haben wir das auf der Baustelle durch Baudokumentation in 360 Grad: eine Kamera auf dem Helm, ein Rundgang je Bauabschnitt, automatisch auf dem Grundriss verortet. Modell und Bildmaterial ergänzen sich dabei – das eine zeigt, was geplant war, das andere, was tatsächlich gebaut wurde. Darin liegt aus unserer Sicht der praktische Nutzen von BIM: nicht in der Software, sondern in der Frage, wer später wie schnell an eine belastbare Antwort kommt.
Vier Jahre, ein Modell, ein abgeschlossenes Projekt. Und eine Elektrotechnik, die sich weiterhin öffnen lässt – digital, bevor jemand eine Wand aufmacht.


